Die Bierprobe Ein gutes Bier sollte typgerecht sein und uns zugleich mit seiner Vielschichtigkeit überraschen.
Die persönliche Einstellung Der Genuss von Bier verlangt vor allem eines: Man sollte offen und unvoreingenommen daran gehen, mit Interesse am Bier und etwas Scharfsinn, um Aroma- und Geschmacksnoten ohne Furcht vor Gespött herauszudeuten. Das Umfeld Eine entspannte Atmosphäre ist vorteilhaft, denn der erste Eindruck ist oft am prägnantesten. Dieser Moment verlangt Präsenz und Konzentration. Musik oder Lärm können ablenken. Ebenso sind Zigarettenrauch, Küchengerüche und Parfüm zu vermeiden. Die Menge Zwei, drei Schlucke reichen aus, um den Charakter eines Bieres zu erkennen. Somit reicht eine 0,5-Liter-Flasche für zwei bis drei Personen.
Ein gutes Bier hat eine schöne Optik Alle Biere sollten aus dem gleichen Glastyp probiert werden.
Die Temperatur Zu Vergleichs- und Beurteilungszwecken entfalten sich Aroma- und Geschmacksnoten vom Bier am besten bei einer Trinktemperatur von 12–15 °C.
Die Reihenfolge Sie richtet sich nach Geschmacksintensität und Alkoholgehalt. Man arbeitet sich von den leichten zu den schweren Sorten hoch. Zum Neutralisieren dazwischen Aussehen, Aroma (Geruch), Geschmack, Vollmundigkeit, Mundgefühl, Balance, Nachtrunk – alles, was einen prägnanten Eindruck hinterlässt, wird notiert und zusammengefasst. So kommt man zu einem dezidierten Gesamteindruck. Dabei gestaltet sich das Verkosten wie ein Ritual, nach folgender Vorgehensweise: 1. Schauen Beim Essen und Trinken genießt das Auge mit. Klarheit, Farbe und Schaum sind die Aspekte, die für das Aussehen des Bieres eine Rolle spielen. 2. Riechen Rund 80 % des sensorischen Eindrucks wird über den Geruchssinn wahrgenommen. Ein anregendes Aroma (Geruch) ist ungemein genusssteigernd und wesentliches Merkmal eines guten Bieres. Vorsichtiges Schwenken setzt Aromastoffe frei: Schnuppern Sie lange und genau hin, bevor Sie trinken. Denn hat man erstmal einen Schluck genommen, verliert die Wahrnehmung über die Nase an Intensität. 3. Trinken Eine Verkostung ist kein Oktoberfest! Wer verkostet, darf sich das Bier auf der Zunge zergehen lassen und zwar in kleinen genüsslichen Schlucken. Die Balance von Bittere und Süße spielt bei vielen deutschen Sorten die Hauptrolle. Bei obergärigen Bieren wie Weizen kommt zudem eine dezente Säure ins Spiel. Die Balance sowie die Entwicklung von Antrunk, Haupttrunk und Nachtrunk sind entscheidende sensorische Merkmale. 4. Schlucken Um ein Bier sensorisch zu erfassen, muss der Nachtrunk aufgespürt werden. «Wie klingt das Bier aus?» ist eine entscheidende Frage. Deshalb spucken Biertester nicht, sie schlucken. Will man also den Sinn einer Verkostung wahren, sollte man es mit der Zahl und Menge der Proben nicht übertreiben: Denn Alkohol beeinträchtigt die Sinne! (c) Essen & Trinken / Silvia Kopp (Bier-Sommelière)
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